In einem an Spannung kaum zu überbietenden Rennen schlugen die Rockets die Gäste aus Brokstedt mit 43 zu 41 Punkten. Knapp 500 Zuschauer sahen packenden Motorsport mit heißen Duellen. Diedenbergen stößt die Tür zum Finale wieder auf.
Alles oder nichts hieß es für die Verantwortlichen des MSC Diedenbergen noch bis zu diesem Lauf gegen die „Wikinger“ aus Brokstedt. Eine weitere Niederlage, oder auch nur ein Unentschieden, gegen die Mannen aus dem hohen Norden und der Zug Richtung Finale wäre abgefahren gewesen. Aber auch für die Gäste aus Brokstedt stand bei Ihrem Besuch im Vordertaunus viel auf dem Spiel, ein Sieg und der Einzug ins Bundesligafinale wäre Ihnen kaum mehr zu nehmen gewesen. Ein Unentschieden gegen Diedenbergen im Rückmatch am 05.08 hätte Ihnen dazu gelangt.
So konnte vom Ausgang des Rennens jedoch nur einer profitieren, nämlich Stralsund, welches mit bereits 5 erfahrenen Matchpunkten, bei noch einem ausstehenden Rennen, bereits als erster Finalteilnehmer feststeht.
Dass es für beide Beteiligten an diesem Samstag um alles oder nichts ging verrieten im Vorfeld bereits die Aufstellungen beider Mannschaften. Der MSC Diedenbergen musste erneut auf seinen starken polnischen Junior Patryk Dudek verzichten, konnte Teamkapitän Tomasz Jędrzejak jedoch mit Emil Pulzcynski und Kacper Gomolski das wohl momentan stärkste polnische U-21 Duo zur Seite stellen. Beide Fahrer stehen bereits seit Jahresbeginn auf dem Mannschaftsbogen des MSC, da hatte Manager Jürgen Ax bereits früh im Jahr das richtige Näschen was die Verpflichtungen der ausländischen U-21 Positionen anbelangt. Das sich auf deutscher Seite die Hereinnahme des Youngster Valentin Grobauer, neben Kai Huckenbeck, später noch als Glücksgriff erwies komplettiert die geschlossene Mannschaftsleistung der MSC Raketen.
Denn auch die Gäste hatten noch einmal aufgerüstet, mit dem Grand Prix erfahrenen Schweden Tomas H. Jonasson einen Top Fahrer in den europäischen Ligen mit nach Diedenbergen gebracht. Hinzu kamen zwei russische Nachwuchspiloten die ebenfalls stark in der polnischen und schwedischen Liga unterwegs sind sowie die, mit der Diedenbergener Rennbahn bestens vertrauten Tobias Kroner und Max Dilger auf den Positionen vier und fünf.
Bereits ab dem ersten Lauf entwickelte sich ein Zweikampf beider Teams um den Tagessieg der nichts an Action und Spannung vermissen ließ. Spannende Rad an Rad Duelle und spektakuläre Überholmanöver auf der bestens präparierten Bahn ließen die Zuschauer immer wieder begeistert Applaus spenden. Zwar konnten sich die Rockets bis zur Hälfte des Rennens einen kleinen Vorsprung von 6 Pkt. herausfahren, der schmolz jedoch zum Ende hin wieder, so das es vor den beiden entscheidenden Läufen dreizehn und vierzehn 36:36 unentschieden stand. Schon in Lauf 12 konnte man sehen das die Spannung auch längst die Fahrer erreicht hatte, mussten Kacper Gomolski und Tomas Jonasson nach einem rundenlangen, harten, aber fairen Zweikampf nach der Zieldurchfahrt von den Streckenposten voneinander getrennt werden. Was sie sich zu sagen hatten kann an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden.
Alles auf Null also vor den beiden Finalläufen und es kam wie es kommen musste, alle vier Fahrer suchten nach dem Start sofort die beste Linie in die erste Kurve und kollidierten, wobei Dilger den neben Ihm fahrende Huckenbeck umriss, der wiederum keine Chance hatte und den Russen Kudriaszow abräumte. Alle drei landeten unsanft in der Airfence, der Lauf musste abgebrochen und wiederholt werden. Huckenbeck, konnte jedoch nicht mehr antreten und meldete sich für den Wiederholungslauf bei der Rennleitung ab. So stand Emil Pulczynski alleine für Diedenbergen gegen zwei Brokstedter am Startband, ein Laufsieg war so nicht mehr möglich. Aber genau in diesem Moment rief Pulczynski seine ganze Leistung ab, setzte sich gegen die Kontrahenten durch und sicherte den Diedenbergenern drei wichtige Punkte.
Der 14te und letzte Lauf musste jetzt also die Entscheidung bringen. Jedrzejak und Gomolski für Diedenbergen sowie Kroner und Jonasson für Brokstedt sollten sich noch einmal einen heißen Fight um den Tagessieg liefern.
Jedrzejak erwischte den besten Start und bog als erster in die Starkurve ein, Gomolski musste sich wieder mit Jonasson auseinander setzen der erneut hart zur Sache ging und Gomolski in der Kurve nach außen abdrängte. Aber Gomolski ließ nicht locker, hängte sich an Jonassons Hinterrad und während Jedrzejak Kroner in Schach hielt gelang Ihm die entscheiden Attacke. In der Vorletzen Runde fuhr er auf der Außenbahn ein sehenswertes Überholmanöver und sicherte so den Rockets den wichtigen Lauf- und Tagessieg.
Mit 43:41 Punkten viel der Tagessieg erneut denkbar knapp aus, das es am Ende die zwei Punkte Vorsprung waren ist letztendlich auch der Hereinnahme des jungen Valentin Grobauer zu verdanken, der in seinem ersten Bundesligarennen eben genau diese Zwei Punkte zum Tagessieg der Rockets beisteuern konnte.
Bereits in vier Wochen treffen beide Teams erneut aufeinander, dann heißt es auf dem Brokstedter Holstenring erneut alles oder nichts für beide Team. Denn nur für den Sieger diese Rückmatches steht die Tür zum Bundesligefinale weiterhin offen.
Das Ergebnis im Einzelnen:
MSC Diedenbergen – 43
1. Tomasz Jędrzejak – 15 (3,3,3,0,3,3)
2. Emil Pulczyński – 10 (0,3,2,0,2,3)
3. Kacper Gomólski – 11+1 (1,1,3,3,2*,1)
4. Kai Huckenbeck – 5 (3,0,1,d,1,w)
5. Valentin Grobauer – 2 (0,1,1,0)
MSC Brokstedt – 41
7. Thomas H. Jonasson – 7+1 (1*,2,0,3,1,0)
8. Andriej Kudriaszow – 9+3 (2,1*,1,1*,2*,2)
9. Władimir Borodulin – 4 (d,d,2,2,0)
10. Tobias Kroner – 14+1 (2,3,2,2*,3,2)
11. Max Dilger – 7+1 (2,d,3,1,1*)
1. Jędrzejak, Kudriaszow, Jonasson, Pulczyński 3:3
2. Huckenbeck, Kroner, Gomólski, Borodulin (d) 4:2 (7:5)
3. Pulczyński, Dilger, Kudriaszow, Grobauer 3:3 (10:8)
4. Jędrzejak, Jonasson, Gomólski, Borodulin (d) 4:2 (14:10)
5. Kroner, Pulczyński, Kudriaszow, Huckenbeck 2:4 (16:14)
6. Gomólski, Borodulin, Grobauer, Dilger (d) 4:2 (20:16)
7. Jędrzejak, Kroner, Huckenbeck, Jonasson 4:2 (24:18)
8. Gomólski, Borodulin, Kudriaszow, Pulczyński 3:3 (27:21)
9. Dilger, Kroner, Grobauer, Huckenbeck (d2) 1:5 (28:26)
10. Jonasson, Kudriaszow, Huckenbeck, Grobauer 1:5 (29:31)
11. Kroner, Pulczyński, Dilger, Jędrzejak 2:4 (31:35)
12. Jędrzejak, Gomólski, Jonasson, Borodulin 5:1 (36:36)
13. Pulczyński, Kudriaszow, Dilger, Huckenbeck (w) 3:3 (39:39)
14. Jędrzejak, Kroner, Gomólski, Jonasson 4:2 (43:41)
