Mit der Entscheidung zu Gunsten des MSC Diedenbergen im letzten Lauf des Tages endete das erste Auswärtsrennen der Raketen beim MC „Nordstern“ Stralsund.
Zittern mussten die, nach Stralsund, mitgereisten Anhänger des MSC Diedenbergen nicht nur wegen der Nass-Kalten Witterung sondern vor allem wegen der sich bis zu Heat 14 hinziehenden Spannung des insgesamt 3ten Bundeligarennens dieser Saison.
Überraschend stark präsentierten sich dabei Gastgeber des MC „Nordstern“ Stralsund die mit Ihren Lokalmatadoren Haupt und Busch, sowie dem starken Schweden Peter Ljung praktisch das gesamte Rennen über mit einem hauchdünnen Vorsprung in Front lagen. Nachdem in Lauf eins noch mit einem Unentschieden abgeschlossen wurde, konnten sich die Stralsunder ab Lauf zwei einen 2 Punkte Vorsprung erfahren den Sie bis Lauf 12 praktisch nicht mehr hergaben. In die Karten spielte Ihnen dabei sicherlich der Umstand das sie bereits ab Lauf 3 Ihren, in seinem ersten Lauf gestürzten und nicht mehr einsatzfähigen, Junior Fritz Riemer durch stärkere Fahrer ersetzen konnten. Dennoch gaben die Raketen aus dem Vordertaunus niemals auf und blieben dank eine geschlossenen Mannschaftsleistung immer in Schlagdistanz. So entwickelte sich auf der nassen und griffigen Bahn eine teilweise atemberaubende Hetzjagd um die besten Platzierungen. Einmal mehr seine Klasse bewies dabei der in Diensten des MSC startende Pole Tomasz Jedrzejak der sich ein ums andere Mal spektakulär durchsetzte. Mit 18 Pkt. aus 7 Läufen, in Lauf 11 ersetzte er den ebenfalls verletzt bedingt ausfallenden MSC Junior Wienke, erwies er sich einmal mehr als Matchwinner. Aber auch der kurzfristig ins Team genommene Däne Patrick Hougaard steuerte mit 13 Pkt. eine klasse Leistung zum Sieg bei. Das ganze Rennen über mit Kupplungsproblemen zu kämpfen hatte der Kapitän der Diedenbergener, Christian Hefenbrock, der mit 9 Punkten etwas abfiel.
Erst mit lauf 12 und 13 konnten die Raketen die Lücke zu Stralsund schließen und so kam es im 14ten und letzten Lauf zum Showdown der stärksten Fahrer des Tages. Bei 39:39 Punkten musste die Entscheidung fallen. Die Spannung war zu greifen als sich diesmal Hougaard mit einem Blitzstart durchsetzte und das Feld in die erste Runde führte. Hinter ihm duellierten sich Ljung und Jedrzejak um die zweite Position, wobei sich der MSC Fahrer anfangs der dritten Runde außen an Ljung vorbei schob und dann knallhart „die Tür zu machte“. Noch zwei Runden Paarfahren des Diedenbergener Duos und der Tagessieg wurde mit einem Doppelerfolg im letzten Lauf des Tages besiegelt. Überbordende Freude bei Team Manager Ax und den wenigen Diedenbergen Fans waren die Folge. „ Das muss ich nicht jeden Tag haben“, so Ax, sichtlich mitgenommen nach dem Rennen. „Ich bin stolz auf meine Jungs, wir haben niemals aufgegeben. Hinter den Kulissen wurde, wie auch auf der Bahn, der Mannschaftsgeist hochgehalten. Dieser Sieg war immens wichtig, denn unser Ziel ist nach wie vor ganz klar das Finale. Obwohl wir wissen das mit Wolfslake und Landshut die beiden dicksten Brocken noch vor uns liegen.“
Ein Indiz dafür, wie ausgeglichen und eng sich die Speedway Bundesliga dieses Jahr präsentiert ist die Tatsache das sich dieses Jahr noch keine Mannschaft zu Hause durchsetzen konnte. Mit der heimniederlage des MSC gegen Güstrow begann die Liga, darauf folgte die Heimniederlage der Wikinger aus Brockstedt gegen landshut und jetzt eben der Konter der Raketen aus Diedenbergen in Stralsund. „Ich habe schon vor der Saison gesagt das es dieses Jahr die spannendste Liga wird die wir seit langem in Deutschland gesehen haben. Wenn man sich anschaut wer so alles auf den Meldebögen der anderen Vereine steht, da sind noch ganz heiße Kandidaten dabei“, so noch einmal Jürgen Ax.
Kleine Notiz am Rande noch, mit seinem Sieg in Lauf 14 sicherte sich Patrick Hougaard zudem noch den Sonderpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Stralsund.
Das Ergebnis im Einzelnen:
MC “Nordstern” Stralsund:
1. Roberto Haupt (2,0,2,2,1*,0,3) – 10+1
2. Peter Ljung (1*,3,2,3,3,2,1) – 15+1
3. Tobias Busch (3,3,1,0,3,1,0) – 11
4. Ronny Weis (1,1*,0,1,0,1) – 4+1
5. Fritz Riemer (Ex,-,-,-) – 0
MSC Diedenbergen:
6. Tomasz Jedrzejak (3,1*,3,3,3,3,2*) – 18+2
7. Christian Hefenbrock (0,2,3,1*,1,2) – 9+1
8. Patrick Hougaard (2,2,2,2,2*,3) – 13+1
9. Denis Wienke (0,0,1,0,-) – 1
10. René Deddens (1*,0,2,0,0) – 3+1
Lauf 1: Jedrzejak, Haupt, Ljung, Hefenbrock 3:3
Lauf 2: Busch, Hougaard, Weis, Wienke 4:2 (7:5)
Lauf 3: Ljung, Hefenbrock, Deddens, Riemer (EX) 3:3 (10:8)
Lauf 4: Busch, Hougaard, Jedrzejak, Haupt 3:3 (13:11)
Lauf 5: Hefenbrock, Ljung, Weis, Wienke 3:3 (16:14)
Lauf 6: Ljung, Hougaard, Busch, Deddens 4:2 (20:16)
Lauf 7: Jedrzejak, Haupt, Wienke, Weis 2:4 (22:20)
Lauf 8: Ljung, Hougaard, Hefenbrock, Busch 3:3 (25:23)
Lauf 9: Busch, Deddens, Weis, Wienke 4:2 (29:25)
Lauf 10: Jedrzejak, Haupt, Hefenbrock, Weis 2:4 (31:29)
Lauf 11: Jedrzejak, Ljung, Haupt, Deddens 3:3 (34:32)
Lauf 12: Jedrzejak, Hougaard, Busch, Haupt 1:5 (35:37)
Lauf 13: Haupt, Hefenbrock, Weis, Deddens 4:2 (39:39)
Lauf 14: Hougaard, Jedrzejak, Ljung, Busch 1:5 (40:44)
